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11.10.2011 | Bonner
Münster
Glaube lebt vom Vertrauen: „Ja, ich will mit Dir durchs Leben
gehen“ – Die beste Botschaft der Welt
Weihbischof Melzer feiert Eucharistie mit den Orden und neuen geistlichen
Gemeinschaften
In einem sehr eindrucksvollen Gottesdienst mit den Ordensleuten,
Kongregationen und den neuen geistlichen Gemeinschaften in Bonn zur Festdekade
der Stadtpatrone Cassius und Florentius stellte Weihbischof Manfred Melzer die
Nachfolgefrage. „Die Stadtpatrone haben sich auf „Gott mit dem großen Herzen
eingelassen“ und dafür ihr irdisches Leben verloren. „Sind wir die, die von
diesem Gott leben wollen?“ Sagen wir: „Ja ich will mit Dir durchs Leben gehen,
mit Gott mehr leben, mit Gott mehr lieben?“ Für Weihbischof Melzer heißt das,
den „Weg für die beste Botschaft der Welt zu gehen, mit Christus in die
Freiheit“.
Mit sehr klaren, aufrüttelnden Worten sprach der langjährige
erzbischöfliche Kaplan des früheren Kölner Erzbischofs Kardinal Joseph Höffner
auch den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche an. Die christliche
Botschaft habe „harte Kanten der Unterscheidung“. Er sei erschüttert, wenn
Menschen ihm sagten, ihr Urvertrauen in die Kirche sei zerbrochen. Melzer
erinnerte an die Karfreitagsbitte, die der damalige Kardinal Josef Ratzinger im
Kolosseum für den bereits schwer erkrankten Papst Johannes Paul II formulierte:
„Herr, wie viel Schmutz gibt es in der Kirche“. Melzer sprach aber auch über die
Verhältnismäßigkeit. Seit 60 Jahren haben 5000 Priester im Erzbistum Köln ihren
Dienst versehen, 40 von ihnen hätten sich an jungen Menschen oder Kindern
vergangen. Viele hätten keine Schuld auf sich geladen, von denen man in der
Öffentlichkeit nicht spreche. Aber es hätten sich auch Abgründe aufgetan, seien
„Menschen zu Monstern“ geworden. Vor diesem Hintergrund dürfe die Kirche nicht
hochmütig sein sondern brauche neue Tapferkeit.
Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher, der gemeinsam mit dem
Bischof und dem Bonner Hochschulpfarrer Pater Gerold Jäger konzelebrierte, hatte
Manfred Melzer zu Beginn des Gottesdienstes begrüßt. Der Bischof freute sich,
wieder in dieser „herrlichen Basilika, die ihres Gleichen sucht“ Gottesdienst
feiern zu dürfen. Melzer erinnert sich auch noch gut an den Papstbesuch 1980 in
Bonn, als Johannes Paul II. das Münster besuchte und vor dem Schrein der
Stadtpatrone betete.
Die Messe wurde musikalisch gestaltet von der Choralschola am
Bonner Münster unter Leitung von Sebastian Hohberg. Sie endete mit der
Lichterprozession durch die Basilika, den Fürbitten, Segen und dem nur in der
Festdekade gesungenen Lied („Schützet Bonn die Stadt am Rhein“) an der Gruft der
Märtyrer. Danach begegneten Melzer und Schumacher den Ordensleuten, unter ihnen
viele Schwestern, im Kapitelsaal.
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