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Der Ort des Martyriums in Endenich
Cassius und Florentius flohen vor den kaiserlichen Truppen bis
ins Rheinland. Als in der Nähe des heutigen Bonn die Flucht aussichtslos
erschien, sagten sie mit dem Blick auf den Kreuzberg: Hier ende ich. Und so kam
der Stadtteil Endenich zu seinem Namen. Diese sehr junge und eher humorvolle
Erzählung knüpft aber an einer langen Tradition an:
Am Fuß des Kreuzbergs im Stadtteil Endenich steht die
Märtyrer-Kapelle, im Volksmund auch "Mordkapelle" genannt. Mordkaule hieß die
Stelle am Anfang des Hohlweges zum Kreuzberg. Nach alten Überlieferungen wurden an dieser Stätte die
frühchristlichen Märtyrer Cassius und Florentius mit weiteren sieben Gefährten
hingerichtet. Ihre Gebeine werden im Bonner Münster verehrt.
1719 erwarb der der Propst des Cassius-Stiftes Maximilian von
Weichs bei der "Mordkaule" ein Grundstück für den Bau einer Wallfahrtskapelle.
Am 17. August 1721 wurde sie vom Kölner Erzbischof und Kurfürsten Joseph Clemens
eingeweiht. Sie musste in Folge der Säkularisation unter Napoleon als
Heuschuppen und Holzstall dienen.
Ganz verwahrlost gelangte sie um 1840 in den Besitz der Freifrau
von Romberg, die sie wieder neu erbauen ließ. An der Südseite errichtete sie ein
kleines Landhaus und umgab es mit einem herrschaftlichen Park. 1887 konnten die
Benediktinerinnen das Anwesen erwerben.
Im Januar 1888 begann das benediktinische-monastische Leben und
die immerwährende Anbetung des Allerheiligsten Altarssakramentes. Ihr Gnadenbild
als "Mutter von der immerwährenden Hilfe" stellten sie in der Marterkapelle auf
und nannten ihr Kloster "Maria-Hilf".
Unter Hitlers Diktatur wurden die Benediktinerinnen als
"Staatsfeinde" vertrieben. Über Nacht mussten sie das Kloster verlassen, dass
von den Nationalsozialisten 1941/42 als Lager für 474 Juden benutzt wurde, die
hier auf ihren Transport in die Konzentrationslager warteten. Gegen Ende des
Zweiten Weltkriegs zog das Militär ins Kloster und machte aus ihm eine
Flakabwehrstation. Die Folge: vollständige Zerstörung des Klosters.
Im Mai 1945 kehrten die ersten Schwestern wieder zurück. Sie
blieben bis 2002. Dann mussten sie auf Grund der Überalterung und daraus
entstandener wirtschaftlichen Zwänge das Haus aufgeben. Das Erzbistum Köln hat
nach der Übernahme dort das Priesterseminar "Redemptoris Mater, Köln"
angesiedelt.
1902 sind die heiligen Märtyrer Cassius, Florentius und auch der
heilige Mallusius offiziell zu Ortspatronen Endenichs erwählt und von Rom
anerkannt worden.
Jedes Jahr zieht die Endenicher Gemeinde an dem Sonntag, der dem
10. Oktober (Gedenktag der Märtyrer) folgt in einer Prozession mit dem
Allerheiligsten zur Kapelle hinauf . Sie halten den ganzen Tag gemeinsam
Anbetung. In einer großen Lichterprozession wird das Allerheiligste beim
Einbruch der Dämmerung in die Pfarrkirche St. Maria Magdalena zurück begleitet.
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