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Grußwort
des Oberbürgermeisters der Stadt Bonn
Jürgen Nimptsch
Das
Fest der Stadtpatrone Cassius und Florentius gehört zu den besonderen Festen in
unserer Stadt. In diesem Jahr weist es eine Woche nach dem NRW-Tag und
Deutschlandfest darauf hin, wo die Wurzeln unserer Stadt sind: die Gräber von
Menschen, die für ihre Überzeugung, ihren Glauben gestorben sind. Das macht uns
schon fast einmalig: Frankfurt ist gegründet an einer Furt über den Main.
München begann mit dem Bau einer Brücke über die Isar, Hamburg verdient seine
Gründung einer karolingischen Fluchtburg. Düsseldorf ging aus einem blutigen
Machtkampf zwischen dem Herzog von Berg und dem Kölner Erzbischof hervor und
Stuttgart war ursprünglich ein „stuotgarten“, das Gestüt eines Herzogs. Bonn
aber hat als Fundament heilige Menschen.
Die Verehrung dieser Angehörigen der
thebäischen Legion ist hier für das sechste Jahrhundert urkundlich bezeugt. Die
Tradition aber reicht viel weiter bis zum Scheitelpunkt des dritten und
vierten Jahrhunderts. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Thebäer-Verehrung
überall in Europa am Beginn des Mittelalters entwickelt hat: ausgehend von Saint
Maurice im Wallis in Tours und Angers an der unteren Loire, im Burgund, in der
Auvergne, in Lothringen, in Oberitalien, und eben auch in Bonn, Köln und Xanten.
Sie erreichte fast gesamteuropäische Ausmaße.
Wenn wir also auf die Stadtpatrone schauen,
dann betreiben wir keine Nabelschau, sondern unser Blick wird in viele Regionen
Europas gelenkt, wo die Thebäer auch verehrt werden. Das Münster ist nicht nur
architektonisch, sondern auch angesichts seiner Heiligen ein „europäisches
Monument“.
So wird das Fest in diesem Jahr schon fast
zu einer Fortsetzung der Festtage am Anfang des Monats Oktober. Möge von den
Heiligen Cassius und Florentius Segen ausgehen für Bonn und für Europa.
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